Bundesregierung bevorzugt die Commerzbank im Fall Wirecard

Bundesregierung bevorzugt die Commerzbank im Fall Wirecard

Aus einer Kleinen Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler wurde nun deutlich, dass die Bundesregierung die Commerzbank im Fall Wirecard bevorzugt. Bei den anderen des Kreditkonsortiums kam es kaum zu Treffen und bei keinen der Treffen wurde das Thema Wirecard behandelt. Nur bei der ING (Frage 3b) und bei der LBBW (4b) rief Kukies hinsichtlich der Kreditvergabe an. Mit der Deutschen Bank gab es nach der Wirecard-Insolvenz Gespräche, ob die Deutsche Bank die Wirecard-Bank unterstützen könnte (Frage 11b).
Im Vergleich dazu kommt es quasi ständig zu Treffen zwischen der Bundesregierung und der Commerzbank.

Brisant ist dabei vor allem, dass es im Juni 2020 gehäuft zu Treffen zwischen der Bundesregierung und Vertretern der Commerzbank kam. So wurde am 18. Juni 2020 die Ad-hoc-Mitteilung der Wirecard AG veröffentlicht, in der mitgeteilt wurde, dass sich der Veröffentlichungstermin für Jahres- und Konzernabschluss 2019 wegen Hinweisen auf Vorlage unrichtiger Saldenbestätigungen verschoben wird.

Am 19. Juni, am 20. Juni, am 21. Juni und am 25. Juni treffen sich bzw. telefonieren Jörg Kukies, Martin Zielke (Vorstandsvorsitzender der Commerzbank) und Marcus Chromik (Mitglied des Vorstands der Commerzbank und verantwortlich für das Risikomanagement des Konzerns) und besprechen dabei u.a. die Vorkommnisse bei der Wirecard AG.

Am 23 Juni sprechen zudem Raimund Röseler (BaFin) und Markus Chromik sowie am 24. Juni Olaf Scholz und Martin Zielke miteinander.

Erst am 22. Juni 2020 kam die Ad-hoc-Mitteilung, dass die bisher zugunsten von Wirecard ausgewiesenen Bankguthaben, auf Treuhandkonten in Höhe von insg. 1,9 Mrd. Euro mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen. Am 25. Juni 2020 erfolgte der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch die Wirecard AG.

Doch nicht nur die Treffen der Bundesregierung mit der Commerzbank werfen im Fall Wirecard große Ungereimtheiten auf. So konnte sich Goldman-Sachs-Deutschland-Chef Wolfgang Fink in der vergangenen Donnerstag stattfindenden Untersuchungsausschusssitzung nicht mehr erinnern, ob er sich im vergangenen Jahr einmal mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Jörg Kukies getroffen hatte. Dabei hatte dieser zuvor angegeben regelmäßigen Kontakt zu seinem ehemaligen Kollegen Kukies zu pflegen.

Das Handelsblatt berichtete exklusiv über die Kleine Anfrage sowie den Befragung von Wolfgang Fink: https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/bilanzskandal-kreditanstalt-fuer-wirecard-kfw-blamiert-sich-im-untersuchungsausschuss/26820140.html

Die vollständige Antwort auf die Kleine Anfrage zum Kreditkonsortium können Sie hier lesen: Antwort – Kreditkonsortium

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