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(Photo by Martin Sanchez on Unsplash )

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Corona-Krise trifft alle Bürger – Arbeitnehmer, Unternehmer, Auszubildende und unzählige weitere Personen.

Die staatlichen Hilfen sind daher entsprechend vielzählig, aber leider auch unübersichtlich.
Wir bemühen uns daher Ihnen eine Übersicht zu erstellen, welche Hilfen für wen, in welcher Höhe vorgesehen sind und wie Sie diese beantragen können. Es werden Hilfsmaßnahmen des Bundes, sowie für Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Die Hilfsmaßnahmen in anderen Bundesländern können davon teils abweichen.

Alle Angaben sind ohne Gewähr und können sich aufgrund der aktuellen Situation kontinuierlich ändern:

 

Unterstützungsleistungen für Unternehmen in der Corona-Krise (siehe unten für Arbeitnehmer)

Kurzarbeitergeld

Erleiden Firmen in Deutschland durch die Folgen von Corona Auftragsengpässe, ist dafür ein Ausgleich über Kurzarbeitergeld (KUG) möglich. Wichtig ist, dass Betriebe und Unternehmen im Bedarfsfall bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit Kurzarbeit anzeigen. Informationen dazu erteilt die Servicehotline für Arbeitgeber unter der Telefonnummer (0800) 45555-20.

Eine Anleitung zur Beantragung des Kurzarbeitergeldes finden Sie hier⬈.

 

KFW-Sonderprogramm 2020

Das KFW-Sonderprogramm steht sowohl kleinen und mittelständischen Unternehmen als auch Großunternehmen zur Verfügung.

Unternehmen können über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Kredite bis zu 25 % des Jahres­umsatzes 2019 bzw. bis zum doppelten der Lohn­kosten von 2019 aufnehmen oder den aktuellen Finanzierungs­bedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unter­nehmen bzw. 12 Monate bei großen Unter­nehmen decken.

Ansprechpartner ist Ihre Hausbank.

Alle weiteren wichtigen Informationen zu den KfW-Sonderprogrammen finden Sie hier⬈ bzw. unter der kostenfreien Servicenummer (0800) 539 9000.

 

KfW-Schnellkredit

Für Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel) können Unternehmen ab sofort den neuen KfW-Schnellkredit 2020 beantragen. Der Kredit wird zu 100 % abgesichert durch eine Garantie des Bundes. Das erhöht Ihre Chance deutlich, eine Kreditzusage zu erhalten.

Weitere Informationen finden Sie hier hier⬈

 

Wirt­schafts­sta­bi­li­sie­rungs­fonds

Instrumente des Wirtschaftsstabilisierungsfonds umfassen einen Garantierahmen, Rekapitalisierungsmaßnahmen zur Kapitalstärkung sowie Kredite.

Zugang zu den Instrumenten erhalten nur Unternehmen, die eine Bilanzsumme von mehr als 43 Mio. Euro aufweisen, Umsatzerlöse von mehr als 50 Mio. Euro sowie mehr als 249 Arbeitnehmer haben.

Weitere Informationen zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds erhalten Sie hier⬈.

 

Stundung von Steuern und Sozialabgaben

Unternehmen können auf Antrag Steuern und Sozialabgaben stunden. Gestundet werden können unter anderem Umsatzsteuer, Einkommensteuer und Körperschaftsteuer sowie die Beiträge für Kranken-, Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung.

Ansprechpartner ist Ihr jeweiliges Finanzamt.

Die Finanzverwaltung NRW kommt betroffenen Unternehmen auf Antrag mit Steuerstundungen und der Herabsetzung von Vorauszahlungen entgegen. Das Antragsformular auf Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus kann hier⬈ heruntergeladen werden.

Sie sollten sich zusätzlich mit Ihrem Steuerberater dazu in Kontakt setzen.

 

Landesspezifische Maßnahmen für Unternehmen in Nordrhein-Westfalen:

Liquiditätssicherung (Finanzierung)

Für die Überbrückung von Liquiditätsengpässen stehen den Unternehmen in Nordrhein-Westfalen verschiedene öffentliche Finanzierungsangebote zur Verfügung. Informationen dazu geben die Förderberater der NRW.BANK unter der Telefonnummer (0211) 91741-4800. Bei notwendigen Überbrückungsfinanzierungen sollte zudem zeitnah das Gespräch mit der Hausbank gesucht werden, denn die Vergabe von Bürgschaften, Haftungsfreistellungen und günstigen Krediten erfordert immer die Begleitung durch eine Hausbank.

Kleine Unternehmen und Existenzgründer habe die Möglichkeit, aus dem Mikromezzaninfonds Beteiligungskapital von bis zu 75.000 Euro direkt bei der Kapitalbeteiligungsgesellschaft (KBG) in Neuss zu beantragen. Sicherheiten sind hierfür vom Unternehmen nicht zu stellen. Informationen erteilt die Mikromezzanin-Info-Line unter der Telefonnummer (02131) 5107-200. Der Beteiligungsantrag kann hier⬈ heruntergeladen werden.

Für kleine Unternehmen (bis zu 10 Mitarbeiter), Solo-Selbstständige und Freiberufler gelten besondere Unterstützungsmaßnahmen. Hier ist es wichtig schnell und unbürokratisch zu helfen, denn wirtschaftlicher Stillstand kann schnell existenzbedrohend werden. Der Bundestag hat 50 Milliarden Euro an Sofort-Hilfe beschlossen. Sie erhalten eine Einmalzahlung für drei Monate, je nach Betriebsgröße in der Höhe von:

 bis zu 9.000 Euro / bis zu fünf Mitarbeiter

bis zu 15.000 Euro / bis zu zehn Mitarbeiter

Darüber hinaus fordern wir eine Ausweitung der Sofort-Hilfe auf Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern. Die Bundesregierung hat dies bisher verhindert. Wir bleiben weiterhin laut. Das Land NRW hat unter FDP-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart im Corona-Sofort-Programm zusätzlich eine Unterstützung für Unternehmen von 10 bis 50 Mitarbeitern mit bis zu 25.000 Euro zugesichert. Bei der nächsten Steuererklärung wird der Zuschuss gewinnwirksam berücksichtigt. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

 

Unterstützungsleistungen für Arbeitnehmer in der Corona-Krise

Kurzarbeitergeld

Kurzarbeitergeld wird von Ihrem Arbeitgeber beantragt (siehe oben).

Ihre Ansprüche berechnen sich anhand Ihres Netto-Entgeltausfalls. Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten grundsätzlich 60 Prozent des pauschalierten Netto-Entgelts. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld 67 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts. Eine Tabelle zur Berechnung der Höhe finden Sie hier⬈.

Die maximale gesetzliche Bezugsdauer beträgt 12 Monate.

Wichtiger Hinweis: Kurzarbeit führt nicht zu einem verringerten Arbeitslosengeld-I-Anspruch. Finden sich die Arbeitnehmer trotz der Kurzarbeit in der Arbeitslosigkeit wieder, wird das Arbeitslosengeld I anhand ihrer regulären Löhne oder Gehälter berechnet

Voraussetzung ist ein ungekündigtes, sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Auch Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

 

Minijobber

Bei Minijobbern, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus von ihren Arbeitgebern mit Entgeltfortzahlung von der Arbeit freigestellt werden, bleibt das sozialversicherungsrechtliche Beschäftigungsverhältnis bestehen. Die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung bleibt unverändert, so dass vom Arbeitgeber auch keine Meldungen zur Sozialversicherung zu erstellen sind.

In den Fällen, in denen das Infektionsschutzgesetz (IfSG) greift, werden grundsätzlich Entschädigungen von der zuständigen Gesundheitsbehörde des jeweiligen Bundeslandes geleistet. Die betroffenen Arbeitnehmer erhalten sechs Wochen lang weiterhin ihren Verdienst vom Arbeitgeber, der sich anschließend diese Kosten unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag erstatten lassen kann.

Weitere Informationen zu Minijobbern in Zeiten der Corona-Krise erhalten Sie hier⬈.

 

Auszubildende

In bestimmten Fällen können auch Auszubildende Kurzarbeitergeld bekommen. Allerdings erst nach einem Arbeitsausfall von 6 Wochen oder 30 Arbeitstagen. Bis dahin bekommen sie die volle Ausbildungsvergütung.

In der Regel sind Auszubildende aber nicht von Kurzarbeit betroffen. Der Ausbildungsbetrieb muss versuchen, die Ausbildung weiter zu ermöglichen, indem er z.B. den Ausbildungsplan umstellt oder Auszubildende in einer anderen Abteilung unterbringt.

Wegen des Coronavirus haben viele Betriebe aber kaum eine andere Möglichkeit, insbesondere wenn der Betrieb geschlossen werden muss. In so einem Fall ist Kurzarbeit auch eine Option für Auszubildende.

Kurzarbeitergeld kann außerdem ohne weiteres auch für Auszubildende gezahlt werden, die nach Abschluss ihrer Berufsausbildung eine versicherungspflichtige (befristete oder unbefristete) Beschäftigung bei demselben oder einem anderen Arbeitgeber aufnehmen.

 

Arbeitslosengeld I

Sollten Sie arbeitslos werden, dann melden Sie sich spätestens 3 Monate vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend. Wenn Sie erst später davon erfahren, melden Sie sich spätestens 3 Tage nach Kenntnis arbeitssuchend.

Einen Antrag für Arbeitslosengeld können Sie hier online⬈ erbringen.

Sie können sich telefonisch arbeitslos melden via: 0800 4 555500 (gebührenfrei).

Sie müssen derzeit keine persönlichen Termine mit beim Arbeitsamt wahrnehmen. Daraus entstehen Ihnen keine Nachteile.

 

Arbeitslosengeld II / Hartz IV

Ein Antrag kann hier online⬈ erstellt werden.

Sie können sich telefonisch arbeitslos melden unter: 0800 4 555500 (gebührenfrei).

Sie müssen derzeit keine persönlichen Termine mit beim Arbeitsamt wahrnehmen. Daraus entstehen Ihnen keine Nachteile. Für die Kri­sen­zeit wird  der Zu­gang  zu ALG2 er­leich­tert: Die Ver­mö­gens­prü­fung fällt weg; beim Kin­der­zu­schlag wird nur das ak­tu­el­le Ein­kom­men be­rück­sich­tigt – nicht der län­ger­fris­ti­ge, hö­he­re Durch­schnitt.

 

Kinderzuschlag

Kinderzuschlag als Alternative zur Grundsicherung erhält, wessen Einkommen zwar für ihn selbst, nicht aber für seine Familie reicht. Bei Neuanträgen ist nun nur noch das Einkommen des letzten Monats (anstelle des letzten halben Jahres) entscheidend. Bei Einkommensverlusten etwa von selbstständigen Eltern entsteht so schneller ein Anspruch. Einen Antrag können Sie hier⬈ stellen.

Zusätzliche Informationen zur Grundsicherung finden Sie hier⬈.

 

Zusätzliche Ansprechpartner für Bürger und Unternehmen in NRW:

Coronavirus-Bürgertelefon: 0211/ 9119 1001

Informationen zu Fördern- und Finanzierungsfragen: 0211/ 9174 1480 0

Unternehmen-Soforthilfe: 0208/ 3000 439

Kurzarbeitergeld Service-Hotline für Arbeitgeber: 0800/ 4555 520

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117

Liquiditätshilfen (bis 2,5 Mio. Euro) Bürgerschaftsbank NRW: 02131/ 5107 200

Informationen zu Entschädigungen bei Verdienstausfall im Quarantänefall:

→ Landschaftsverband Rheinland: 0221/ 8095 444

→ Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 0251/ 5911 500

 

Weitere hilfreiche Links:

Informationen zum Kurzarbeitergeld via Überblicksseite der Bundesagentur für Arbeit

Steuerstundung und Anpassung von Steuervorauszahlungen

Portal der Bürgschaftsbanken

Deutscher Mittelstandsbund

Zinsgünstige Betriebsmittelfinanzierungen via Landesförderinstitute

Änderungen und Ausnahmeregelungen beim Insolvenzrecht

FAQ des Bundesfinanzministeriums

FAQ des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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