Der Schuh drückt

Thalhimers, shoes Einige unbeugsame Länder, die den Euro nicht eingeführt haben, stehen ohne seine Probleme da. Während das Spanien-Paket den geretteten spanischen Banken eine zu kurze Atempause verschafft, beobachten Briten, Dänen, Polen und Tschechen (und auch die Schweizer!) das muntere Retten. Keiner der Nicht-Euro-Staaten in Europa hat in den vergangenen vier Jahren seine Währung retten müssen. Erst recht nicht wiederholt.

Und warum? Weil jede dieser Währungen nur für einen vergleichsweise kleinen und vor allem gleichartigen Wirtschaftsraum gilt, während der Euro ein riesiges Gebiet mit extrem unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen monetär vereinheitlicht. Das ist wie eine Wanderung, bei der alle Teilnehmer Schuhe in der selben Größe tragen müssen. Den einen ist es zu eng, den anderen zu weit. Wenigen passt der Schuh wie angegossen, doch die meisten bekommen Blasen.

Diejenigen, die auf die Vorteile des Euros bei Wechselkurs und Export verweisen, würden im Bild mit den Schuhen behaupten, dass es doch viel günstiger sei, dieselbe Schuhgröße für alle Füße herzustellen. Das ist es nicht. Die Korrekturmaßnahmen für die Blasen – in der Währung wie auch am Fuß – sind am Ende teurer als Lösungen, die von Beginn an passen. Die teure Therapie erleben wir gerade und sie ist noch lange nicht zu Ende bezahlt.

Wenn wir Schuhe kaufen, mit denen wir komfortabel weit kommen wollen, müssen diese wie angegossen passen. Das geht nur mit großer Auswahl. Und für unser Geld gilt dasselbe.

Freundliche Grüße
Frank Schäffler

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