Die Trennung von Staat und Geld

Die Trennung von Staat und Geld

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Zum zweiten Mal in diesem Jahr gab Frank Schäffler, Sprecher für FinTech- und Blockchaininnovationen der FDP-Fraktion, einen Impulsvortrag auf der Crypto Asset Conference am 18. und 19. Oktober. Die Konferenz, die sowohl online als auch offline auf dem Campus der Frankfurt School of Finance & Management stattfand, ist ein Sammelpunkt für Vertreter von Krypto-Start-Ups, Regulierungsbehörden und Politik aus aller Welt. Ging es am ersten Tag um private Kryptowährungen, DeFi, NFTs oder dem Metaverse, konzentrierte sich der zweite Tag auf den digitalen Euro und Regulierung.

Zum Thema digitaler Euro gab Frank Schäffler einen Impuls. Der Titel – Die Trennung von Staat und Geld – ist eine Idee Friedrich August von Hayeks aus seinem Buch „Die Entnationalisierung des Geldes“ von 1976. Die wachsende Geldmenge und Inflation ist ein inhärentes Problem des monopolisierten Geldsystems und daher muss Geld dem Wettbewerb unterstellt werden.

Der digitale Euro, also die digitale Zentralbankwährung der EZB, ist eine Operation am offenen Herzen unseres Geldsystems. Neben Bar- und Giralgeld versucht die EZB eine dritte Geldform einzuführen. Substituieren die Bürger nun in großem Ausmaße Giralgeld für den digitalen Euro, droht ein Kollaps unseres Bankensystems. Zudem ist bis heute nicht der wirkliche Mehrwert für den Endnutzer des digitalen Euro seitens der EZB dargelegt worden.

Ein digitaler Euro muss privat angeboten werden in Form eines Euro-Stablecoins. Dafür muss die Regulierung aber attraktiver werden. Die MiCA sieht zum Beispiel vor, dass die EZB einen Stablecoin stoppen kann, sollte er zu groß werden. Das nimmt Skalierungserträge. Ein digitaler Euro der EZB wird sich nicht durchsetzen, weil die Akzeptanz am Markt fehlt. Womöglich liegen zwei Gründe hinter dem digitalen Euro. Zum einen könnte es Absicht sein, mittelbar das Bargeld zurückzudrängen. Zum zweiten wurde angedeutet, dass die EZB auch das Settlement des digitalen Euros abwickeln will. Man muss skeptisch werden, wenn die Transaktionsdaten der Bürger bei der EZB liegen und so Überwachungsmöglichkeiten eröffnet werden.

Neben einer digitalen privaten Welt und tokenbasierten Wirtschaft, muss es auch weiterhin Bargeld geben, das anonyme Zahlungen dauerhaft ermöglicht. Abschließend rief Frank Schäffler die Branche dazu auf sich den Fragen eines Euro-Stablecoins als Alternative zum digitalen Euro zu stellen.

Den ganzen Impulsvortrag können Sie unter folgendem Link finden:

https://fs.cloud.panopto.eu/Panopto/Pages/Viewer.aspx?id=876d2252-aa12-4574-b20c-af2700d7b30a&start=15207

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