Bisher müssen Unternehmen die Sozialabgaben für ihre Beschäftigten vor dem Monatsende abführen und damit zu einem Zeitpunkt, an dem die exakte Höhe der Beiträge noch gar nicht feststeht. Diese müssen geschätzt und dann gegebenenfalls bei der nächsten Überweisung verrechnet werden. Statt 12 müssen Unternehmen dadurch 24 Monatsabrechnungen erstellen.
Die Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag hat daher jetzt einen Antrag eingebracht, der die im Jahr 2005 eingeführte Regelung zur Vorfälligkeit der Sozialbeiträge reformieren soll. „Die jetzige Regelung ist teuer und schafft nichts außer Bürokratie und Belastung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen“, begründet der heimische FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler den Vorstoß der Liberalen.
Die Gesamtkosten der Arbeitgeber für das jetzt gültige Verfahren wurden laut des Abschlussberichtes des Statistischen Bundesamtes im Auftrag des Nationalen Normenkontrollrates aus dem Jahr 2016 „Fälligkeit von Sozialversicherungsbeiträgen“ auf rund 1,46 Milliarden Euro jährlich geschätzt. „Durch die Reform erhalten Unternehmen einen größeren Spielraum beispielsweise für Investitionen und Innovationen“, ist Schäffler überzeugt.