Frank Schäffler (FDP) kritisiert USA

Interview mit dem Westfalen-Blatt

08.10.2008

Westfalen-Blatt: Herr Schäffler, die Finanzmarktturbulenzen haben wir den USA zu verdanken. Was hat die US-Notenbank falsch gemacht?

Schäffler: Die US-Notenbank Fed hat 2001 innerhalb von zwei Jahren die Leitzinsen massiv von über sechs auf ein Prozent gesenkt und damit einen Aufschwung auf Pump ermöglicht, der jetzt zusammenbricht. Die Krise ist also kein Marktversagen, sondern Staatsversagen durch eine falsche Geldpolitik.

Westfalen-Blatt: Was muss die Politik jetzt tun?

Schäffler: Wichtig ist, jetzt die beschlossenen Regelungen bei der Kreditvergabe konsequent anzuwenden und die Bankenaufsicht bei der unabhängigen Bundesbank zu konzentrieren. Kernpunkt ist aber eine auf Preisstabilität setzende Geldpolitik der Notenbanken.

Westfalen-Blatt: Wann ist die Krise ausgestanden?

Schäffler: Sie ist Mitte der 90er Jahre durch eine Niedrigzinspolitik der US-Notenbank verursacht worden. Der Zusammenbruch der Börsen-Blase im Februar 2000 wurde erneut durch Senkung der Leitzinsen bekämpft. Jetzt sehen wir: Jede Abfederung erzeugt eine größere Blase. Deshalb dürfen wir jetzt nicht wieder die gleichen Fehler machen und den nächsten Aufschwung auf Sand bauen.

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