Frank Schäffler, MdB und Uwe Schmidt besorgt wegen der Erbschaftsteuerreform

weinhaus_schmidt_klein.jpgFrank Schäffler sieht die Wirtschaftsstruktur und damit auch viele Arbeitsplätze in der Region durch die geplante Erbschaftsteuerreform gefährdet. Dies machte er in einem Unternehmergespräch mit Claudia und Uwe Schmidt deutlich, die in Vlotho einen exklusiven Weinhandel betreiben. Organisiert hatten den Meinungsaustausch mit dem Unternehmerehepaar die Ehrenvorsitzende der FDP-Vlotho, Marlene Ortmann, sowie die liberalen Ratsmitglieder Marcel Körtner und Siegfried Mühlenweg.

Schon seit 1993 handelt Uwe Schmidt mit Getränken. Als der alte Standort in Valdorf aus den Nähten platzte, zog er im Jahr 2000 mit seinem Team in eine altes Kornhaus an der Salzuflener Straße 4. Seither werden dort in der oberen Etage feine Weine aus den besten Anbaugebieten der Welt angeboten. „Derzeit sind besonders deutsche Weißweine wie Riesling oder Weißburgunder gefragt“, erläutert der Weinexperte den liberalen Besuchern. Neben dem bloßen Weinverkauf würden immer wieder Verkostungen und „Events mit Schwerpunktthemen“ veranstaltet. Dies komme bei der Kundschaft gut an. „Außer Weinen haben wir auch feine Brände, Delikatessen und Präsente im Angebot“, sagt Uwe Schmidt.

Die Kunden der Schmidts kommen mehrheitlich aus Vlotho und der näheren Umgebung, aus Bad Oeynhausen, Löhne, Bad Salzuflen, Herford oder auch Porta Westfalica. Aber auch Weinfreunde aus Bielefeld stünden in der Kundeliste, ergänzt Claudia Schmidt nicht ohne Stolz. Dank der mehrfachen Erwähnung in der Zeitschrift Weingourmet sei der Kundenkreis immer größer geworden. Wiederholt wurde Getränke-Schmidt in den letzten Jahren zu den besten 600 Weinläden Deutschlands gewählt.

Schmidt ist als Feinfachmann gefragt; deshalb verwundert es nicht, dass er zeitweise als freier Mitarbeiter für eine große Weinagentur unterwegs ist. „Ein zweites Standbein kann nie schaden“, meint der 42-Jährige und lacht. Sorge bereite ihm der Preisverfall in der Branche. Laut Uwe Schmidt gibt der deutsche Kunde durchschnittlich 1,89 Euro für eine Flasche Wein aus. „Da können und wollen wir nicht mithalten. Für uns stehen Qualität und Service an oberster Stelle“. Derzeit werden drei Mitarbeiter, darunter ein Auszubildender, in dem mittelständischen Unternehmen beschäftigt. Sie alle versuchen, ihren Kunden ein „Weinkauferlebnis“ zu vermitteln.

Politik gehöre nicht zu ihren Steckenpferden, sagen Claudia und Uwe Schmidt unisono. Statt über die Politik zu klagen, sei es jedoch besser anzupacken und sich rechtzeitig in die kommunalen Entscheidungsprozesse einzubringen, betonen beide.

Angst mache ihm und anderen Unternehmern derzeit die von der schwarz-roten Koalition geplante Reform der Erbschaftsteuer, so Uwe Schmidt. Die bekannt gewordenen Überlegungen der Bundesregierung gefährdeten tatsächlich die Existenz vieler Familienunternehmen, bestätigt Frank Schäffler. Anders als etwa börsennotierte Aktiengesellschaften könnten die Erben von Familienunternehmen nur durch den Verkauf des Unternehmens die Erbschaftsteuer bezahlen, kritisiert der FDP-Bundestagsabgeordnete. „Künftig sollen die Bürger statt 3,2 Milliarden Euro etwa vier Milliarden Euro im Jahr zahlen“. Richtig wäre es laut Schäffler, die Entscheidung über die Erbschaftsteuer auf die Bundesländer zu übertragen. Den Ländern stehe diese zu, deshalb sollten sie auch selbst entscheiden, „ob und in welcher Höhe“ sie die Steuer erheben wollen.

Am Ende des zweistündigen Meinungsaustausch kündigt der Ortsvorsitzende Marcel Körtner weitere Informationsbesuche bei mittelständischen Betrieben in Vlotho an. „Politik heißt nicht, nur in parlamentarischen Gremien zu sitzen, es geht vor allen auch um den Kontakt zu den Menschen“, betont Siegfried Mühlenweg. Oft werde über die großen Unternehmen und Konzerne berichtet, doch die gerade die kleinen und mittleren Unternehmen machten Deutschland reich, sagt Frank Schäffler abschließend.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

facebook twitter instagram xing