Gastbeitrag in der sonntaz

<em>Beitrag in der sonntaz vom 23. März 2013 zur Sonntagesfrage: „Ist Zypern nur der Anfang?“</em>

Zypern ist nicht der Anfang und nicht das Ende. Seit dem ersten Schuldenpaket für Griechenland dreht sich die Interventionsspirale immer schneller. Die Eurozone ist in ihrer verheerenden Rettungslogik gefangen. Dieses Ergebnis war vorhersehbar und ich habe vielfach davor gewarnt. Mindestens leichtfertig haben die Rettungseuropäer die Kriterien von Maastricht und die Nichtbeistandsklausel über Bord geworfen. Es zahlt sich nicht aus, genau die Regeln zu verletzen, die der Eurozone ordnungspolitischen Halt gaben. Nun sitzen die Mitglieder der Eurozone alle an einem Tisch, doch jeder darf nach Belieben Hummer bestellen. Jeder schlemmt und hofft, dass ein anderer die Rechnung zahlt. Das große Fressen wird dann auch nach Zypern weitergehen. Das kann nicht lange gutgehen. Am Ende steht die Vergemeinschaftung aller Schulden durch Eurobonds. Es heißt, das wolle niemand. Wer glaubt das überhaupt noch?

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