Griechenland-Schrecken: Apokalypse now?

Derzeit wird vor apokalyptischen Zuständen gewarnt, falls wir Griechenland nicht mit frischem (Steuer-)Geld versorgen. Dieser Automatismus war schon das Hauptargument bei der Schieflage der IKB und der HRE in Deutschland. Doch was wäre, wenn Deutschland Griechenland Kredite verweigern würde?

Das Hauptproblem ist sicherlich die Eigenkapitalschwäche der heimischen Geldinstitute und das Engagement derselben in griechischen Anleihen. So sollen deutsche Institute rund 43 Milliarden Euro in griechische Schrottpapiere investiert haben. Zu lesen war, dass eine vorübergehende Zahlungsunfähigkeit der Hellenen zu einem Wertberichtigungsbedarf der Papiere in den Büchern unserer heimischen Finanzdienstleister von 50 Prozent führen würde. Also würden Abschreibungen von fast 22 Milliarden Euro notwendig. Wirft das unser Bankensystem um?

Nein. Trotz Verschuldungskrise haben die heimischen Banken noch Eigenkapital von rund 340 Milliarden Euro. Eine Insolvenz Griechenlands würde die Eigenkapitalbasis unseres Bankensystems um rund 6 Prozent reduzieren. Das wäre marktgerecht und auch verkraftbar. Hilfen dagegen nicht. Bis Ende 2012 muss Griechenland mindestens 150 Milliarden Euro finanzieren. Mit staatlichen Krediten ist das Grundproblem Griechenlands nicht gelöst. Ohne eine wettbewerbsfähige Wirtschaft kommen die Hellenen aus ihrer selbstverschuldeten Verschuldungsspirale nicht heraus. Je eher Griechenland und die übrige Staatengemeinschaft dies erkennt, umso besser ist es. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Dieser Beitrag erschien auch bei „eigentümlich frei„.

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