Rating-Agenturen sind nur „das Fieberthermometer“

Interview mit dem Deutschlandfunk:

Zagatta: Herr Schäffler, Sie haben diesen Mitgliederentscheid verloren. Aber fühlen Sie sich jetzt im Nachhinein bestätigt?

Schäffler: Was heißt bestätigt? Wir wollten damals eben eine Entscheidung in unserer Partei herbeiführen, die Mitglieder mitnehmen, und das ist uns ja auch gelungen. Auch wenn das Ergebnis dann am Ende knapp zu unseren Ungunsten ausging, war es dennoch ein Erfolg auch innerparteilicher Demokratie.

Zagatta: Wie bedrohlich ist das jetzt, dass da neun Euro-Staaten herabgestuft wurden von dieser Ratingagentur, jetzt auch der Rettungsschirm EFSF? Ist das keine Gefahr für den Euro, wie es aus dem Regierungslager, zumindest aus der Union heißt?

Schäffler: Es zeigt, dass die Überschuldungskrise von Staaten und Banken nicht zu Ende ist, sondern dass wir am Anfang stehen und dass eben nicht nur die Krisenländer, der Club Med in Schwierigkeiten ist, sondern dass es eben auch Länder in der Mitte Europas trifft, Frankreich und Österreich beispielsweise, und das muss uns schon Sorgen machen.

Zagatta: Wie bedrohlich ist da, wenn eine amerikanische Ratingagentur jetzt mit Herabstufungen derart massiv gegen europäische Länder und diesen Rettungsfonds vorgeht? Oder soll man sagen, das sollen wir nicht überbewerten, halb so wild?

Schäffler: Na ja, das ist eine Information an die Investoren, hinter denen Millionen von Sparern stehen, und die wollen wissen, ob die Ausfallwahrscheinlichkeit gleich bleibt oder ob die sinkt. Und da die Krise sich zuspitzt, steigt die Ausfallwahrscheinlichkeit, und das drückt das Rating aus. Insofern ist das eine wichtige Information auch in Richtung Sparer.

Zagatta: Wie bewerten Sie Informationen aus den Reihen Ihres Koalitionspartners, aus den Reihen der Union, die da lauten, das bedeute keine Gefahr für den Euro?

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