Umverteilung ist Diebstahl

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Thomas Pikettys These der wachsenden Ungleichheit und seine zahlreiche Gegnerschaft lässt mich ratlos zurück. Die einen meinen, seine Zahlen seien gefälscht, die anderen verteidigen die grundsätzliche Aussage der wachsenden Ungleichheit auf der Welt. Ich glaube zwar auch, dass seine These nicht stimmt. Man muss nur in die Geschichte schauen, um zu sehen, dass die Unterschiede zu Fuggers Zeiten oder in jenen eines Hugo Stinnes des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts weitaus größer waren. Sie waren auch nie von Dauer, sondern wurden durch Kriege und Inflation immer wieder vernichtet. Doch eines unterscheidet mich von allen anderen. Selbst wenn Pikettys These zutrifft, was soll’s? Wo ist das Problem?

Wenn einige relativ gesehen einen höheren Vermögenszuwachs als andere haben, ist mir das egal. Ob Sie dies mit hohem oder niedrigem Risiko, per Zufall, Erbschaft, im Schlaf oder durch eine günstige Heirat erreicht haben, ist mir ebenfalls egal – völlig egal.

Entscheidend für mich ist, dass der Staat mich in Ruhe lässt. Entscheidend für mich ist, dass er nicht die These eines „Zahleningenieurs“ zum Anlass nimmt, mich noch mehr zu überwachen, noch mehr zu besteuern, noch mehr zu knechten und in mein Eigentum einzugreifen. Das ist das, was für mich zählt. Ob mein Nachbar mehr hat als ich, öfters in Urlaub fährt als ich, ein größeres Auto fährt als ich oder von einer Erbschaft lebt, ist mir egal – völlig egal.

Denn allen Befürwortern und Gegnern der Pikettyschen These ist eines gemein. Sie akzeptieren seine Grundforderung nach „Umverteilung“. Selbst die „Marktwirtschaftler“ unter ihnen wollen dies – nur ein bisschen weniger. Ich bekenne mich: Umverteilung ist ungerecht. Sie dient dem fetten Staat nur dazu, noch mehr Kontrolle über jeden Einzelnen auszuüben. Eine noch größere Umverteilung wird durch solche Thesen wie die von Piketty vorbereitet. Es ist der „Kampf der Ideen“, der hier stattfindet, der erneut verloren zu sein scheint. Der Sieg der Ideen ist nur zu gewinnen, wenn die Grundthese – „Umverteilung ist notwendig!“ – angegriffen wird. Sie ist räuberischer Diebstahl; nennen wir das beim Namen.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der aktuellen Ausgabe des Magazins eigentümlich frei, Nr. 145

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