Was für ein Präsidentschaftskandidat!

Peter Sodann mag ein guter Schauspieler sein, vielleicht auch ein ganz netter Mensch. In seiner Rolle nannte er sich „Ehrlicher“ und ehrlich bekennt er, dass er mit unserem Staat nicht ganz einverstanden ist: Sein Hadern mit der Hymne mag noch belächelt werden, aber sein Wunsch, Wirtschaftsbosse „einzusperren“, offenbart ein Rechtsverständnis, das nicht mit unserem Rechtsstaatsprinzip vereinbar ist.

Ob Peter Sodann wirklich gern Bundespräsident werden möchte? Jedenfalls wurde er nominiert, „die Linke“ meint seine Kandidatur wohl ernst.

Was ist das nur für eine Partei, die einen Schauspieler nominiert, über den sie selbst einräumt, dass ihm politisches und vor allem rhetorisches Talent fehlt? Die Bewerbung um das höchste Amt im Staat wird zur Bühne für einen Schauspieler mit krudem Politik- und Staatsverständnis!

Mit dieser Kandidatur zeigt die Linke wieder einmal, dass ihr nichts so wichtig ist wie der momentane populistische Effekt. Sie schadet mit der Nominierung Sodanns dem Ansehen der Ostdeutschen, weil nun einige im Westen glauben, so wie Sodann seien „die Ossis“; sie schadet sich selbst als politische Interessensvertretung, weil sie sich als Fremdkörper in unserem Rechtsstaat darstellt – und sie schadet Peter Sodann, der sich sicher einen ruhigeren Ruhestand gewünscht hätte.

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