Zurück zur Drachme

griechenland_muenzenInzwischen ist auch dem letzten „Euro-Retter“ klar, dass man in der Eurozone um eine harte Umschuldung Griechenlands nicht herumkommen wird.

Noch nicht allen bewusst ist allerdings, dass dies nicht ausreicht. Griechenland hatte 2009 eine Verschuldung gegenüber seiner Wirtschaftsleistung in Höhe von 125 Prozent. 2011 werden es am Ende über 160 Prozent sein. Erfolgt jetzt der Schuldenschnitt, dann hilft das nicht, sondern schafft falsche und neue Anreize für die übrigen Schuldenstaaten in Europa, ebenfalls zu Lasten überwiegend der europäischen Steuerzahler einen Schuldenschnitt herbeizuführen.

Gleichzeitig ändert sich nichts an der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der überschuldeten Staaten, allen voran Griechenlands. Griechenland gibt heute mehr Geld aus, selbst ohne Zinsen, und nimmt weniger Steuern ein als im vergleichbaren Zeitraum des letzten Jahres. Deshalb wird das Defizit weiter steigen, nicht wie die Troika mit Griechenland vereinbart hat um circa sieben Prozent, auch nicht wie die griechische Regierung jetzt bekannt gegeben hat um rund acht Prozent, sondern sehr wahrscheinlich um 13 Prozent und mehr. Das ist die Wirklichkeit. Gespart wird nicht.

Griechenland hat gerade in den USA 400 Panzer bestellt. Die größte gesetzliche Rentenversicherung hat Ende September festgestellt, dass 110.000 von 1.100.000 Rentnern nicht existieren, aber dennoch über Jahre deren Renten ausgezahlt wurden – immerhin 1,5 Milliarden Euro pro
Jahr.

Das ist erkennbar kein Weg. Programme, an denen der Internationale Währungsfonds IWF beteiligt war, funktionierten bislang immer nur über eine Abwertung der eigenen jeweiligen Währung. Deshalb ist eine Verständigung mit den Gläubigern nur die notwendige Bedingung.
Hinreichend ist sie erst dann, wenn Griechenland eine eigene Währung abwerten kann.

An Reformen des Landes, die Eigentum schützen und das korrupte Staatswesen zurückdrängen, führt dennoch kein Weg vorbei. Das wird aber kein Sparkommissar aus Brüssel oder Berlin erzwingen können, das müssen die griechischen Bürger schon selbst wollen.

Dieser Beitrag erschien zuerst in eigentümlich frei

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